Der Zauberer Kalanag

Helmut Schreiber wurde am 23. Januar 1903 in Stuttgart in eine gutbürgerliche Familie hineingeboren. Zum Ärgernis seines Vaters, beschäftigte er sich schon als Kind mit dem Erlernen von Zaubertricks, die er in einem Buch endeckt hatte und wurde sehr ermutigt durch eine Begegnung mit dem Zauberer Ernest Thorn.

Auf Wunsch seiner Eltern studierte er und arbeitete dann von 1921 bis 1945 in der Filmbranche. Die Zauberei blieb aber in all den Jahren seine liebste Beschäftigung und er trat als Amateurzauberer im Münchener Kabarett und vor zahlreichen Prominenten auf, unter anderen vor Marlene Dietrich, dem Prinz von Wales, Einstein und Richard Strauss.

Schreiber pflegte leider auch engen Kontakt zu den höchsten Parteifunktionären des Naziregimes. Er bekleidete auch das Amt des Präsidenten des Magischen Zirkels und schrieb mehrere Jahre für die Zeitschrift "Magie".
1946 mit 43 Jahren endlich sollte er die Magie als Zauberer Kalanag zu seinem Beruf machen.
Zusammen mit seiner Partnerin Gloria de Voß entwickelte er eine Zaubershow, die größere Illusionen wie das Schweben lassen von Gloria, sowie Manipulationen enthielt und insgesamt einen revueartigen Charakter hatte.

Sie spielten anfangs vor den englischen Besatzungstruppen in Hamburg und tourten später durch Europa, Südafrika und Amerika. Tricks wie "das unerschöpfliche Wasser aus Indien", "Glorias Telefontrick"(sie konnte über 40 000 Adressen mitsamt Telefonanschluss aus acht Städten, die vom Publikum gewünscht waren , aufsagen) und die "Wunderbar", die auf Zuruf der Zuschauer die entsprechenden Getränke erscheinen lassen konnte, kamen dazu.

Die Revuetruppe wuchs auf 30 Personen plus Kalanag an und bot so seinem Publikum ein sehr vielfältiges Programm, was ihm zum beliebtesten Zauberkünstler seiner Zeit in Europa machte. Man verlieh ihm den Hofzinser- Ring und er wurde zum Vizepräsidenten sieben europäischer Magieklubs ernannt. 1960 wurde er Unterhaltungschef der "Deutschland-Fernseh-GmbH", diese wurde 1961 von der DDR-Regierung verboten und seine aufgezeichneten Produktionen wurden deshalb nie gezeigt. Am 24. Dezember 1963 starb Kalanag mit fast 60 Jahren in Gaildorf in Württemberg.